Togo Projekt

                     

Hilfe für Schulkinder in Afrika

Mehr als 80 Paten aus der Region zahlen Schulgeld für Kinder in Togo. Eine der Akteurinnen hat über die Fortschritte berichtet.

Neumark. Martina Forbrig von Meisner & Forbrig will bis Weihnachten die Grenze von 100 bei den Schülerpatenschaften mit der Sylvia Modern Academy in Lomé/Togo überspringen. Das hat sie anlässlich des Patentreffens im Neumarker Sport- und Vereinshaus erklärt.

Die Chancen dafür stünden gut, denn die neuen fünften Klassen des Goethe-Gymnasiums Reichenbach denken über Patenschaften nach und die Pestalozzischule Zwickau habe Interesse signalisiert. Zurzeit gibt es 86 Paten, die das Schulgeld für 97 Kinder zahlen. In der Neumarker Oberschule haben alle 16 Klassen und einige Lehrer die Zahlung des Schulgeldes für eins oder mehrere Kinder übernommen.

Im Sommer in Togo

Beim Patentreffen berichtete Lehrerin Regina Limmer von ihren Aktivitäten. Im Sommer war sie mit ihrer Kollegin Marion Servé in Togo und hat die Familie des Patenkindes kennengelernt. Das Mädchen hatte drei Schwestern und einen Vater, die Mutter hatte die Familie wegen des zu großen Elends sitzen gelassen. Die Lehrerin bezahlt jetzt das Schulgeld für die zwei noch in der Schule lernenden Mädchen. "Mein früheres Patenkind macht in Ghana Abitur und will Jura studieren. Ohne die Hilfe wäre das nicht möglich gewesen", schätzt Regina Limmer ein.

Die Lehrerinnen haben bei ihrem Aufenthalt in Togo das Schulfest zum zehnjährigen Bestehen gefilmt. Daraus hat Thomas Limmer einen Film gemacht, der beim Patentreffen gezeigt und auch als DVD angeboten wurde. Martina Forbrig brachte zudem Fotos für die Paten mit. Sie erklärte, dass die Schule mit 700 Schülern aus allen Nähten platze und ein neues Grundstück für einen weiteren Neubau gekauft wurde.

Mehrere Schulen machen mit

Für Thomas Meisner ist die Unterstützung "beste Hilfe zur Selbsthilfe, sodass sich die Menschen nicht auf den Weg machen müssen, um auf halsbrecherische Art nach Europa zu kommen". Die Aktion wird von der Firma Meisner & Forbrig betreut, die auch den Bau der neuen Schule unterstützt hat und den Transport von Hilfsgütern organisiert. Der Kontakt nach Togo entstand über Geschäftspartnerschaften des Textilrecycling-Unternehmens. Mehrere Schulen sammeln Altkleider mit dem im Gewerbegebiet Obermylau ansässigen Unternehmen und verwenden das erzielte Geld für die Patenschaften.

"Wir engagieren uns hier, weil wir wissen, dass die Hilfe ankommt", lobte Regina Limmer. Kürzlich gingen von der Neumarker Oberschule aus wieder viele Päckchen, Ranzen, Sporttaschen auf die Reise. Volkmar Klemm stellte neue Ranzen aus seinem Bürogeschäft zur Verfügung. Mittlerweile werden ganze Familienpäckchen gepackt, die neben Schulsachen Spielzeug und vor allem Kaugummi enthalten. Marion Servé schickt zum Beispiel auch Tee und Plätzchen.

 

 

 

Freie Presse, 07.12.2013