2013-07-25

                     

Lehrerinnen zurück aus Togo

Zwei Neumarkerinnen haben Patenkinder der örtlichen Schule in Westafrika besucht. Jetzt wollen sie den Schülern im Vogtland davon berichten.

Neumark. Mit einem Rucksack voller Erlebnisse sind die Lehrerinnen Marion Servé und Regina Limmer von der Mittelschule Neumark aus Lomé/Togo zurückgekehrt. Sie hatten die Sylvia Modern Academy besucht, deren Schüler schon seit vielen Jahren durch Patenschaften unterstützt werden. Alle Neumarker Klassen haben ein Patenkind, für das sie das Schulgeld bezahlen.

Jubiläum gefeiert

Auch Lehrer und Bürger aus der Region unterhalten Patenschaften, seit die beiden Pädagoginnen 2009 das erste Mal in Afrika waren und für das Projekt warben. Unterstützung bekommt die Schule auch durch das Unternehmen Meisner & Forbrig aus Reichenbach, das Hilfsgüter nach Afrika schickt oder Ausstattung und Bauarbeiten finanziert. Anlass für den aktuellen Besuch war das zehnjährige Bestehen der Schule. "Es waren erlebnisreiche Tage in einem so ganz anderen Land, in dem wir viele sympathische Menschen getroffen haben, die etwas bewegen wollen, denen es aber oft an materiellen Dingen oder an Möglichkeiten zur Umsetzung ihrer Ideen mangelt", sagte Marion Servé nach ihrer Rückkehr. Sie sei auf ein Land der Gegensätze getroffen, habe das Leben in Wellblechhütten gesehen oder auch die farbenfrohe Kleidung der Afrikaner auf dem Markt.

Haupterlebnis war die Teilnahme an den Jubiläumsfeiern. "Wir erlebten Gesang, Tanz, modern, aber auch ganz traditionell zu Ehren Mutter Afrikas, Rezitationen und natürlich Reden. Die Kinder stellten ihr in der Schule Gelerntes vor, Sketche, manches in englischer Sprache, und das in einem Land, in dem Französisch die Landessprache ist."

Der Aufenthalt bot die Gelegenheit zu Kontakten mit den Patenkindern und ihren Eltern, wobei häufig nur die Mütter zugegen waren, da die Väter auf dem Markt arbeiteten. "Die Begegnungen waren sehr bewegend. Die vielen freundlichen Gesichter, aber auch ängstliche, die mit den hellhäutigen Frauen, die so komisches Englisch sprechen, nichts anfangen konnten, haben sich bei uns eingeprägt", blickt die Lehrerin zurück.

Aufkommen für Schulgeld

Großen Eindruck hat bei den beiden Pädagoginnen das Treffen mit der Familie Okewumi hinterlassen. Marion Servé hat im Juli ihre zehnte Klasse verabschiedet, die eine Patenschaft mit Sarah Okewumi hatte. Das Mädchen beendet ebenfalls die Schule und geht jetzt weiter nach Ghana in eine weiterführende Schule, wo sie Abitur machen will. Ihr Wunsch ist ein Jurastudium. Der Vater ist Pastor und hat kein festes Einkommen. Deshalb ist er auf Spenden angewiesen, auch um den Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. "Die Vogtländer tun etwas für mehrere Kinder der Familie. Weitere drei Kinder haben Paten hier, die für das Schulgeld aufkommen. Der Jüngste, Faith, ist noch ohne Paten. Ich bin mir sicher, dass wir jemanden für ihn finden", ist Marion Servé zuversichtlich.

Die Pädagoginnen nutzten den Aufenthalt, um kleine Geschenke und Fotos der Paten zu übergeben. Wenn das neue Schuljahr beginnt, werden sie an ihrer Schule vom Besuch in Afrika erzählen und weiter nach Spendern suchen.

 

 

 

Freie Presse, 25.07.2013