Neumarker Lehrerinnen reisen nach Afrika
Vogtländer knüpfen die Kontakte zu einer Patenschule in Togo enger. Sie wollen dort zum Jubiläum gratulieren.

Neumark. Bekommen heute die Neumarker Schüler Zeugnisse, sitzen zwei ihrer Lehrerinnen schon im Flugzeug nach Togo/Westafrika. Im Reisegepäck befinden sich Bilder, die sie in der Sylvia Modern Academy überreichen wollen.

Die Namen der Paten und ihrer Patenkinder haben sie auf Tapete geklebt. Die Fotos wollen sie erst vor Ort anfügen, damit sie in der Verpackung nicht abfallen. Die Rolle ist ein Geschenk an die Schule zum zehnjährigen Bestehen, zu dem die Lehrerinnen und Vertreter der Firma Meisner & Forbrig eingeladen wurden. Das Unternehmen und die Neumarker Schule unterstützen die Schule in Lomé/Togo seit ihrer Gründung. Mehrfach war Schulleiterin Nnenna Ugochi im Vogtland. Die beiden Pädagoginnen besuchten 2009 die Schule in Togo schon einmal. Nach ihrer Rückkehr hielten sie Vorträge über die Schule und das Land und warben für Schülerpatenschaften. 44 Patenschaften gibt es zurzeit. Die Paten zahlen das Schulgeld für ein Kind. Zudem hat jede Klasse der Neumarker Mittelschule ein Patenkind.

"Ich habe etwa 300 Kulis zusammengesammelt. Schüler haben kleine Präsente gepackt. Außerdem werden viele Kaugummis mit auf die Reise gehen", so Regina Limmer. Marion Servé erinnert sich an den vorigen Aufenthalt: "Die Schüler haben jeden Morgen Papier und einen Stift zugeteilt bekommen. Das kann man sich bei uns gar nicht vorstellen."

Geflogen wird ab Nürnberg über Paris in die Hitze Afrikas. Für die Reise haben die Lehrerinnen kräftig gespart, denn sie tragen einen Großteil der Kosten selbst. Deshalb müssen wie schon beim vorigen Mal die Partner zu Hause bleiben. "Afrika muss man auch nicht unbedingt im Sommer besuchen", meint Marion Servé. Sie bedauert, dass in Lomé die Ferien zur Zeit wie in Sachsen beginnen und sie nicht in die Schulklassen gehen können.

Kontakte mit Schülern und Eltern soll es über das Schulfest hinaus bei einem Patentreffen geben. Inzwischen hat sich die Kommunikation zwischen den Paten und ihren Patenkindern verbessert. "Das Internet funktioniert. Die Schule hat jetzt einen Fotoapparat und muss nicht mehr jedes Mal einen Fotografen bestellen, wenn Fotos von den Kindern gemacht werden sollen", erzählt Regina Limmer. Sie will den Aufenthalt filmen und nach der Reise lebendige Bilder zeigen. Die beiden Kolleginnen haben wieder Vorträge über das Hilfsprojekt geplant.

 

Freie Presse, 12.07.2013